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Udo Ulfkotte
Der Krieg im Dunkeln
Eichborn
Der neue "Ulfkotte" bringt Licht ins Dunkel der Geheimdienste
Selten ist Geheimdiensten in der öffentlichen Wahrnehmung etwas geglückt, wofür sie eigentlich zuständig sind: Die Sicherheit des eigenen Landes mittels Aufklärung und Operationen im Ausland zu gewährleisten. Die politische Auseinandersetzung in Deutschland über die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg belebt die alte und neue Diskussion: Was wissen Politiker, wer beauftragt die Dienste und wer kontrolliert sie? Der FAZ-Journalist Udo Ulfkotte kommentiert in seinem neuen Buch das unheilvolle Wirken der wichtigsten Geheimdienste Europas, Israels und der USA. Sie haben alle einschneidenden Ereignisse verschlafen: den Mauerbau 1961 in Deutschland und ihren Fall 1989, Iraks Einmarsch in Kuwait (1990) und die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York.
Das spezielle Verhältnis von Geheimdiensten und der Politik, das ist ein Thema der besonderen Art. In der Kuba-Krise, die 1962 die Welt an den Rand des Dritten Weltkrieges gebracht hatte, wurde der russische Partei- und Staatschef Chruschtschow von seinem Geheimdienst (KGB) über die Absichten und militärischen Möglichkeiten der Amerikaner falsch informiert. Und US-Präsident Kennedy war "vom Staat im Staate", der Central Intelligence Agency (CIA), auch nicht bestens beraten worden. CIA-Chef Dulles wurde später zum Rücktritt gezwungen. Die Finger im Spiel hatten die amerikanischen Spezialisten in vielen regionalen Auseinandersetzungen, so beim fehlgeschlagenen Abenteuer in Kubas Schweinebucht (1962), beim Sturz und der Ermordung des Premiers Lumumba 1960 in Belgisch-Kongo (heute Republik Kongo), beim Putsch des Militärs gegen Allende in Chile (1973). Spektakulär erfolgreich war dagegen vor allem der israelische Geheimdienst Mossad. Er entführte den NS-Verbrecher Adolf Eichmann, stahl den damals (1966) modernsten Jäger, eine russische MiG-21, mit Hilfe eines irakischen Piloten und brachte Chruschtschows Geheimbericht über Stalins Terror an die Weltöffentlichkeit.
Der Autor will "Licht werfen auf die Schattenwelt der Geheimdienste". Das gelingt ihm mit vielen Details. Sie belegen seine These, dass auch die Geheimdienste demokratischer Staaten "regelmäßig und seit Jahrzehnten schon die Grenzen des gesetzlich Erlaubten" überschreiten, ohne zur Verantwortung gezogen werden zu können.
© Hans Jürgensen, Literaturtest
im Auftrag von Buchkatalog.de
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