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Rezensionen
Hier präsentieren wir einige unserer Rezensionen, geordnet nach Autorennamen.
Mehr über unsere Arbeit in diesem Bereich erfahren Sie hier.

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Åke Edwardson
Zimmer Nr. 10
Claassen

Göteborg, Bahnhofsviertel, Hotel Revy, Zimmer Nr. 10 ...
Sommer in Schweden. Die Mitarbeiter der Mordkommission stöhnen unter der Hitze, aber das Team muss einen merkwürdigen Mord aufklären: Eine junge Frau mit Namen Paula Ney wird erhängt in einem Hotelzimmer gefunden, ihre Hand ist bemalt mit weißer Wandfarbe.
Erik Winter hat ein merkwürdiges Gefühl. Schon vor 20 Jahren stand er als junger Kommissar in genau diesem Hotelzimmer, eine Frau war als vermisst gemeldet worden. Sie hatte im Hotel "Revy" im Bahnhofsviertel von Göteborg eingecheckt und war danach spurlos verschwunden. Damals wurde der Fall nicht aufgeklärt, jetzt lässt Erik Winter der Verdacht nicht los, die beiden Fälle könnten etwas miteinander zu tun haben. Und seine Vermutungen bestätigen sich auf grausige Art.
Eine Gipshand in einem Schließfach, ein verschwundener Koffer: Fast scheint es, der Mörder würde die Polizisten mit Absicht auf seine Fährte locken. Als dann auch Elisabeth Ney, die Mutter des Opfers, tot in einem Hotel aufgefunden wird, gibt es keinen Zweifel. Der Mörder legt eine Spur für Kommissar Winter.
Die Polizisten in diesem 7. Kommissar-Winter-Krimi von Åke Edwardson sind keine Helden. Sie sind im Gegenteil melancholische Typen, die die ständige Konfrontation mit Gewalt und Verbrechen oft mit ihrem Beruf hadern lässt. Auch Winter selbst ist in einer Lebenskrise. Eigentlich möchte der Kommissar eine Auszeit nehmen und über sein Leben nachdenken, als der Mord an Paula Ney geschieht. So wird er natürlich gebraucht, und über die Arbeit an dem Fall gewinnt er auch Klarheit über sein eigenes Leben.
Das Buch wirkt nie reißerisch oder effekthascherisch, vielmehr sind alle Personen und Ereignisse authentisch und glaubwürdig; sicherlich auch das Ergebnis der genauen Recherchen des Autors bei der Göteborger Polizei, die der Arbeit an "Zimmer Nr. 10" vorausgingen. Die genaue Kenntnis der Stadt macht zusätzlich den Charme des Buches aus. Das Lokalkolorit der Komissar-Winter-Krimis sorgt mit der liebevollen Detailgenauigkeit dafür, dass man jeden Satz genießt und nicht bloß schnell die Seiten überfliegt, um möglichst schnell an das zugegebenermaßen sehr spannende Ende zu kommen!

© Carsten Hansen, Literaturtest
Im Auftrag von Buchkatalog.de