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Interviews
Hier präsentieren wir einige unserer Interviews, geordnet nach den Anfangsbuchstaben der Autoren.
Mehr über unsere Arbeit in diesem Bereich erfahren Sie hier.

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Stefanie Zweig
Wiedersehen mit Afrika
Fischer

Interview mit Stefanie Zweig

Sie leben seit langer Zeit in Frankfurt, doch Ihre Kindheit in Kenia hat Sie zu mehreren Bestsellern inspiriert. Was haben Sie vor Augen, wenn Sie heute an Ihre Zeit in Afrika denken?
Denke ich heute an Afrika, da sehe ich die Farm in Ol Joro Orok am Fuße des Mount Kenia. Dort bin ich aufgewachsen, sah den Flachs blau blühen und den Wald dunkel leuchten. Ich hörte das Gelächter von Menschen, die nicht fragten nach Herkunft und Stand, und ich teilte ihre Fröhlichkeit, ihre Sprache und abends, wenn vor den Hütten das Feuer entzündet wurde, mit ihnen ihr "Ugali", ein aus Mais steif gekochter Brei.

Die Protagonistin Ihres Romans, Stella, kehrt zurück in das Afrika ihrer Kindheit, wird dort jedoch nicht mehr heimisch. Warum nicht?
Stella, die Protagonistin aus "Karibu heißt willkommen", kehrt in der Fortsetzung "Wiedersehen in Afrika" nach Kenia zurück, doch sie muss erkennen, wie der Traum ihrer Jugend seine Farbe verloren hat. Weshalb? Weil die Welt nach Kenia gekommen ist und mit der Technik der Moderne auch die Ungewissheit und Unsicherheit, die Begehrlichkeit und die Ängste derer, die für ihre Kinder eine Zukunft suchen.

Sind Sie auch einmal so zurückgekehrt nach Afrika?
Ich bin immer nur als Besucherin nach Kenia zurückgekehrt, wissend, dass der Traum, dort zu leben, für immer ein Tabu bleiben wird.

Was ist es, was Sie an Afrika so fasziniert?
Noch immer fasziniert mich an Kenia die Schönheit seiner Landschaft, die Liebenswürdigkeit der Menschen, ihre Klugheit und Pfiffigkeit. Wenn ich mit ihnen rede, werden die Jahre seit meinem Abschied zu einer unbedeutenden Größe. Es zählt nur, wie in den Tagen der Kindheit, der Augenblick - im wörtlichen Sinn. In Kenia schickt man die Augen auf Safari.

In Ihrem Roman "Nirgendwo in Afrika" erzählen Sie die Geschichte Ihrer Familie, die nach ihrer Flucht vor dem Nationalsozialismus und Jahren in Kenia 1948 nach Deutschland zurückkehrte. Leben Sie heute gern in Deutschland?
Am 15. April 1947 kehrte ich mit meinen Eltern aus der Emigration nach Deutschland zurück. Seitdem lebe ich in Frankfurt. Gern? Das habe ich mich nie gefragt! Es heißt, Afrika lässt die, die dort gelebt haben, nie mehr los. Wer den Kontinent hat verlassen müssen, weiß, dass die Sehnsucht allzeit der ungebetene Begleiter der Tage ist.

Die Fragen stellte Roland Große Holtforth.
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