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Walter Moers
Der Schrecksenmeister
Piper
Interview mit Walter Moers
Sie erzählen die Geschichte eines Paktes mit dem Teufel: zwischen Echo, dem
cleveren Krätzchen, und dem grausamen Schrecksenmeister Eißpin. Worum geht es
bei diesem Geschäft?
Echo verkauft dem Schrecksenmeister sein Körperfett, das dieser nach Ablauf
eines Monats aus dem Körper des Krätzchens auskochen darf. Dafür muß der
Schrecksenmeister Echo in dieser Zeit auf dem höchsten kulinarischen Niveau
bewirten.
Was macht für Eißpin gerade das Krätzchen Echo so interessant. Was steckt
hinter dem ominösen "Meisterplan"?
Echo ist für Eißpin das letzte Element seines Meisterplans, dem Tod ein
Schnippchen zu schlagen und unsterblich zu werden. "Mitzumischen im ewigen
Kreislauf von Werden und Vergehen", wie der Schrecksenmeister es ausdrückt.
"Der Schrecksenmeister" ist auch ein kulinarisches Abenteuer. Empfehlen Sie
z.B. eine "safranisierte Tomatenessenz" zum Nachkochen? Oder werden Hobbyköche
eher enttäuschende Ergebnisse erzielen?
Die safranisierte Tomatenessenz ist ein Rezept eines japanischen Meisterkochs,
das ich dann noch ein bisschen überdreht habe. Man kann das ruhig nachkochen.
Ich koche sehr gerne und weiß eigentlich ziemlich genau über das Bescheid, wovon
ich da geschrieben habe.
Sie sind einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten
Schriftsteller/Illustratoren hierzulande. Haben Sie so etwas wie ein
"Lieblingskind"?
Immer die Figur, mit der ich gerade arbeite. Momentan ist das Hildegunst von
Mythenmetz.
Wie halten Sie es eigentlich mit Schriftsteller-Kollegen? Interessiert es
Sie, was z.B. Cornelia Funke oder Terry Pratchett produzieren?
Nein.
Sie beweisen immer wieder einen unglaublichen Einfallsreichtum - mit einem
"Gekochten Gespenst", der "Schrecksenquetsche" und "Kreischflöte" oder einem
"Baum der Erkenntnuss". Ist diese Fabulierkunst Talent, oder brüten Sie zuweilen
auch ein paar Stunden, bis Sie auf Einfälle wie die "Schmerzenskerze" kommen?
Mein Gehirn produziert eigentlich andauernd Ideen. Ich bilde mir darauf aber
wirklich nichts ein, denn die meisten dieser Ideen sind schlecht. Worauf ich mir
etwas einbilde, ist, gelernt zu haben, die guten Ideen von den schlechten
unterscheiden zu können. Nicht immer, aber immer öfter.
© Carsten Hansen, Literaturtest
im Auftrag von Weltbild
text@literaturtest.de
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