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Interviews
Hier präsentieren wir einige unserer Interviews, geordnet nach den Anfangsbuchstaben der Autoren.
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Cornelia Funke
Tintentod
Oetinger Verlag

Interview mit Cornelia Funke

Die kleine Meggie in "Tintenherz" hat eine Schatzkiste, in der sie ihre Lieblingsbücher aufbewahrt. Haben Sie auch so eine Kiste? Welche Bücher enthält sie (oder würde sie enthalten)?
Nein, leider hab' ich die nicht. Aber es gibt auch keine Kiste, die groß genug für all meine Lieblingsbücher wäre. Müsste ich ein paar aussuchen, dann wären darunter: "Der König auf Camelot" von Terence H. White, Michael Endes Jim-Knopf-Bücher, Ottfried Preußlers "Krabat", David Almonds "Zeit des Mondes", Shel Silversteins Gedichte, das "Mabinogion" [ein keltisches Sagenbuch, Anm. d. Red.], außerdem Heine, Büchner, Somerset Maughams Kurzgeschichten, Shakespeare (alles, natürlich), Audrey Niffeneggers "Die Frau des Zeitreisenden" und - jetzt hör' ich besser auf, sonst endet diese Antwort nie!

Für Sie ist das Schreiben ein "Abenteuer". Findet es hauptsächlich am Schreibtisch statt? Oder begleiten Ihre Geschichten Sie z.B. auch beim Fliegen oder im Auto? Wann kommen Ihnen die besten Ideen?
Meine Geschichten begleiten mich überall hin, das ist ja gerade das Wunderbare an meinem Beruf. Und die besten Ideen kommen oft tatsächlich, wenn ich mit dem Hund spazieren gehe oder gerade kein Stück Papier dabei habe (was aber selten vorkommt, weil ich weiß, wie gern sie sich zu den ungünstigsten Zeiten und an den ungünstigsten Orten einstellen).

Mit Ihren Kindern haben Sie zwei Probanden für neue Einfälle und Manuskripte. Sind sie so etwas wie die erste Instanz für neue Texte?
Ja, absolut. Sie bekommen die Geschichten schon zu hören, wenn sie noch wachsen und sich ändern. Inzwischen gehören meine englische Übersetzerin und einige meiner engsten Freunde allerdings auch zu diesen Probanden - und ich liebe es, zu den allerersten Ideen Reaktionen von ihnen einzuholen.

Inzwischen gibt es zwei Kinofilme zu den "Wilden Hühnern". Welchen Einfluss hatten Sie auf die Verfilmung?
Bei den "Hühnern" habe ich natürlich die Drehbücher gelesen und mir Casting-Bänder angesehen, aber ansonsten habe ich das Ganze der Produzentin Uschi Reich überlassen - was ich auch nicht bereut habe!

Ohne zu viel zu verraten: Worauf dürfen sich Ihre Leser bei "Tintentod" freuen?
Auf viele der Figuren, die sie aus den ersten Büchern kennen; auf ein paar neue natürlich auch (die Kinder werden sich vermutlich besonders freuen, dass es zwei weitere Glasmänner geben wird); auf Abenteuer, die fast alle in der Tintenwelt spielen werden; auf Wortduelle zwischen Orpheus und Fenoglio; auf den Eichelhäher und den Schwarzen Prinzen - und natürlich auf eine neue Begegnung mit Staubfinger.

Mit "Tintentod" legen Sie den dritten Teil der Tintenwelt-Saga vor. Bleibt es bei der Trilogie, oder gibt es vielleicht eine Fortsetzung?
Nein, das kann ich mir zur Zeit wirklich nicht vorstellen. Die Geschichte hat sich aufs Wunderbarste geschlossen. Aber man weiß nie, ob irgendeine Figur eines Tages wieder in meinem Schreibhaus steht und ihre Geschichte erzählt haben will. Zur Zeit arbeite ich allerdings an zwei ganz anderen Ideen, und ich würde immer noch zu gern einen weiteren Drachenreiter schreiben.

Sie leben inzwischen in Los Angeles. Mit welchen Filmprojekten sind Sie dort aktuell beschäftigt?
Zur Zeit dreht sich fast alles um "Tintenherz", da es gerade das erste Test-Screening gegeben hat und wir mitten im Schnitt sind. Es ist das erste Mal, das ich so intensiv und direkt an der Entwicklung eines Films beteiligt bin. Das ist schon eine sehr aufregende Erfahrung, bei der ich jeden Tag etwas Neues über das Filmemachen lerne. Außerdem habe ich Gespräche mit Fernsehproduzenten über eine Gespensterjäger-Serie und arbeite mit einem der Potter-Produzenten an neuen Filmideen.

© Henrik Flor, Literaturtest
im Auftrag von Weltbild